Das Projekt "Am Gries" kann eher als ein urbanistischer Eingriff als ein "siedlungsbezogenes Bauvorhaben" definiert werden.
Das Siedlungsgebiet von Lana erstreckt sich längs der Maria-Hilf-Straße mit einer Reihe in sich abgeschlossener "Situationen", die aber im einzelnen keine urbane Einheit bilden.
Dieses Ungleichgewicht und diese Fragmentierung werden noch durch das Fehlen eines Zentrums, eines Ortes und einer "Situation" unterstrichen, wodurch sie sich rangordnungsmäßig von anderen unterscheiden könnten und
dies sei es hinsichtlich ihrer architektonischen Gestaltung als auch in bezug auf ihre Funktionen.
Die Örtlichkeit "Am Gries" stellt sich für Lana eher als "Siedlungsschwerpunkt" denn als richtiges "Zentrum" dar: dies wegen ihrer Baudichte, wegen ihres "vis-a-vis-Verlaufes" der Gebäude, wegen ihrer mittelalterlichen Struktur, die heute noch in Erscheinung tritt, sowie wegen ihrer teils öffentlichen, teils privaten Funktionen.
Jeder der "öffentlichen Räume" (Plätze) zeichnet sich durch eine je eigene "texture" aus.
Der Gemeindeplatz ist der "Repräsentationsplatz", der kleine Platz am Eingang des Ansitz Rosengarten hat jedoch einen "intimeren" Charakter, ebenso der "Griesplatz".
"Am Gries" wird von einem zentralen "Band" durchzogen, welches auch den Verlauf des Fahrzeugverkehrs anzeigt. Links und rechts davon liegen die Räume für die Fußgänger für die Infrastrukturen (öffentliche Beleuchtung) für die Poller, für die Sitzbänke und für die Abfallkörbe.
An den Rändern dieses Bandes befinden sich auch die Parkplätze.
Die unterschiedlichen Farbschattierungen für die einzelnen Abschnitte werden durch Verlegung von Granitplatten erzeugt; diese werden so angelegt, dass der Eindruck einer Flechterei oder von Teppichen entsteht. Die Oberfläche der Platten wird mit "Sand" (feine Stahlkörnchen) bearbeitet, um die Rutschgefahr auszuschließen. Nach den ersten Jahren der Mattfärbung weicht diese einer frischen und leuchtenden Farbtönung.
Es handelt sich im gesamten um einen strukturellen Eingriff für die Marktgemeinde Lana mit dem Zweck, einen schwerpunktmäßigen Ort zu schaffen, in dem und von dem aus sich ein wirtschaftliches, soziales und kulturelles Netzwerk entwickeln kann.
Damit dies geschehen kann, schafft der Architekt die Voraussetzungen und modelliert die Räume; es liegt nun an der Bevölkerung, an Ihnen, "den Raum zu nutzen" und die Ihnen zur Verfügung gestellten Instrumente einzusetzen.
Arch. Domenico La Marca

