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Neujahrsansprache 01.01.2010

Tuesday, 05. January 2010 | Gemeindeverwaltung

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Seit über 40 Jahren treffen sich am ersten Tag des neuen Jahres Gemeindevertreter, Behörden, Geistlichkeit und Vereinsobleute, um auf den Jahresbeginn anzustoßen.

Es war Bürgermeister Josef Gruber, der diesen - ja man kann inzwischen wohl sagen Brauch eingeführt hat. Und es ist ein schöner Brauch: Er unterstreicht das was Lana bis heute auszeichnet: nämlich das Bewusstsein eine Gemeinschaft zu sein und die Bereitschaft für diese Gemeinschaft einzustehen. Besonders danken möchte ich heute dem Männergesangsverein Lana, der aus Anlass seines 100jährigen Gründungsjubiläums unsere Feier mit schönen Liedern begleiten wird. Eine große Freude und eine Ehre ist es für uns beim heurigen Neujahrsempfang das Ehrenzeichen der Marktgemeinde Lana an folgende um unsere Dorfgemeinschaft hochverdiente Frauen und Männer verleihen zu dürfen: Pauline Innerhofer Wwe. Gruber, Christine Klotz, Erika Carli Oberkofler, Marisa Santer, Eilsabeth Schwienbacher Unterholzner, Alberto Flaim, Heinrich Fliri, Alois Karnutsch, Ernst Lösch, Erwin Lösch, Johann Pfattner, Alfred Sagmeister und Willi Strozzega.

Hochwürdiger Herr Dekan und Ehrenbürger P. Peter Lantschner, werter Herr Pfarrer P. Oswald Vienna,
Geschätzte Ehrenbürgerin Rosa Franzelin, werte alte und neue Ehrenzeichenträger!
Liebe Kolleginnen und Kollegen im Gemeindeausschuss und Gemeinderat
Lieber Toni Margesin und Direktor Hubert Wegleiter in Vertretung der Raika Lana
Geschätzte Obfrauen und Obmänner der Körperschaften und Vereine von Lana
Werter Präsident der Stiftung Lorenzerhof, Karl von Miller,
Egregio Sig. Maresciallo Michele La Rosa
Werte Ehrengäste, liebe Lananerinnen und Lananer!
- Als der Verurteilte hörte, dass seine Hinrichtung am 1. Jänner stattfinden wird, sagte er: "Dös Jor fong jo guat un!"
So schlimm ist es bei mir nicht.
Es ist nur so, dass dies das letzte Mal ist, dass ich Ihnen an dieser Stelle alles Gute im neuen Jahr wünschen kann.
Lana und die Lananer werden im Mai 2010 einen neuen Bürgermeister oder wer weiß gar eine neue Bürgermeisterin bekommen.
Die Mandatsbeschränkung will es so.
Und eigentlich ist dies nichts Besonderes:
etwas geht zu Ende, etwas Neues beginnt.
So ist es auch beim Jahreswechsel.
Aber natürlich gehen einem dabei so manche Gedanken durch den Kopf:
was wird die neue Zeit bringen, was ist für das anstehende Jahr wichtig?
Ich denke, das Wichtigste ist unsere Gesundheit.
Den Mitbürgern/innen, die durch Krankheit oder den Verlust eines lieben Menschen eine schwere Zeit durchmachen, denen wünsche ich viel Kraft und Zuversicht.
Den Gesunden das Bewusstsein, wie gut es ihnen geht.
Uns allen aber wünsche ich ein Quäntchen Zufriedenheit.
Dies gilt auch für die Gemeinde.
Wir und damit meine ich den Gemeinderat, den Gemeindeausschuss und unsere Mitarbeiter/innen, wir haben uns auch im abgelaufenen Jahr redlich bemüht, das Beste zu geben.
Ob dieses Bemühen ausreichend war, das müssen Sie, werte Mitbürger/innen bewerten.
Trotzdem wage ich die Behauptung:
Lana steht nicht schlecht da.
Wir haben uns in vielen Jahren gemeinsam Schritt für Schritt eine hohe soziale und kulturelle Kompetenz erarbeitet.
Und uns materiell und finanziell eine Ausgangslage für möglicherweise bevorstehende schwierigere Zeiten gesichert, um die uns viele andere Gemeinden beneiden.

Dass dies nicht nur eine persönliche Meinung ist, dafür gibt es mehrere objektive und politisch unverdächtige Indikatoren.
Damit meine ich nicht, dass Lana überraschender Weise auf Rang 3 von 2000 untersuchten italienischen Gemeinden gelangt ist, wie in der italienischen Zeitschrift "Panorama" im November 2009 nachzulesen ist.
Und auch nicht die Verleihung des Europäischen Dorferneuerungspreises an Lana im Jahre 2006 durch die Arge Alp.
Solche Auszeichnungen steigern das Image von Lana und wirken sich deshalb durchaus positiv auf den Wirtschaftsstandort Lana aus.
Außerdem sind sie ein schönes Dankeschön an alle Bürgerinnen und Bürger, die diese Erfolge ermöglicht haben.
Aussagekräftiger schätze ich aber andere und handfestere Bewertungen der Gemeindearbeit ein.
Dazu gehört z. B. der Vergleich der Gemeindesteuern und -gebühren in den 116 Südtiroler Gemeinden, welche das Astat jedes Jahr durchführt.
Wie dieses Institut auch für 2009 berechnet hat, sind die Gemeindesteuern und -gebühren in Lana (ICI, TW, AB, Müll, Kindergarten) landesweit die 4.niedrigsten.
Den Irpef-Zuschlag haben wir im Unterschied zu vielen anderen Gemeinden bzw. Großgemeinden sowieso nie eingehoben.
Seit 8 Jahren wurden die Gemeindeabgaben nicht angehoben.
Ich denke, dass dies die wirksamere Familien- und Wirtschaftsförderung ist, als große Worte und dicke Studien.
Trotz der niederen Steuern und Gebühren ist Lana in der glücklichen Lage nach wie vor über einen soliden Wirtschaftsüberschuss zu verfügen (HH 2010: 800.000¤).
Wobei man schon sagen darf, dass dies nicht nur mit Glück zu tun hat, sondern auch mit der Art und Weise wie die Verwaltung mit den ihr anvertrauten Steuergeldern umgeht:
 klare Ziele
 frühzeitige Planungen
 Landesfinanzierung
 Haushalt 2010 - 18,4 Mio. Investitionen,
davon 2/3 Schenkungsbeiträge des Landes,
1/3 Darlehen ohne Zinsen,
nur 400.000 ¤ (= 4,2%) von 18,4 Mio. mittels zinsbegünstigten Darlehen finanziert
Die Schwerpunkte im Arbeitsprogramm für 2010 wurden bereits ausführlich im Gemeindeblatt vorgestellt.
So konnten in 15 Jahren ca. 180 Mio. ¤ investiert werden, ohne den Gemeindehaushalt für die Zukunft zu belasten.
Lana zählt zu der am wenigsten verschuldeten Gemeinden Südtirols.
Die Pro-Kopf-Belastung durch Darlehen ist in Lana nur halb so groß als der Durchschnitt der 116 Südt. Gemeinden.
Gleichzeitig zählt Lana zu jenen Gemeinden unseres Landes, in denen in den letzten 20 Jahren am meisten in öffentlichen Einrichtungen investiert wurde.

Es würde hier zu weit führen, wollte man all die kleinen und großen Projekte auflisten, die in den letzten 15 Jahren verwirklicht werden konnten.
Solange möchte ich Ihre Geduld am Neujahrstag nicht in Anspruch nehmen.
Wichtig erscheint mir nur darauf hinzuweisen, dass wir versucht haben keine einseitige Politik zu betreiben.
Diese 180 Mio. ¤ wurden dort investiert, wo es die Menschen gebraucht haben, in Kindergärten und Schulen, in Kultureinrichtungen, in Betreuungsangebote für unsere Senioren, in Jugend- und Familiendienste, im Sport, im Zivilschutz, in der Trinkwasserversorgung, in Gehsteigen, Plätzen und Fahrradwegen, usw..
Aber auch die Erhaltung bestehender und in die Schaffung neuer Arbeitsplätze wurde gezielt und dauerhaft vorangetrieben, wie die rund 15 ha ausgewiesenen Produktionszonen beweisen.
Es wurde, dies darf man mit ruhigem Gewissen sagen, viel gearbeitet.
Und es wurde viel Zeit aufgewendet, nicht nur in Beton, Ziegel und Randsteinen zu investieren, sondern auch in die Köpfe und in die Herzen der Menschen.
Wenn es dabei gelungen sein sollte, dass sich der Abstand zwischen der Institution Gemeinde und den Bürgerinnen und Bürgern in Lana ein wenig verringert hat, dann hat sich diese Arbeit gelohnt.
Das schönste Kompliment für uns alle wäre es, zu sagen: Lana ist ein wenig menschlicher geworden.
Ich weiß nicht, ob dies stimmt.
Aber dies war das Ziel, das ich versucht habe 15 Jahre lang zu erreichen.
Aber nicht nur ich: viele haben diesen Weg begleitet und mit Einsatz mitgearbeitet.

 Dank Referentinnen Rosa Pfattner und Edeltraud Gasser
Referenten: Vize-Bürgermeister und Bauassessor Ernst Hofer, Albert Innerhofer, Roland Gruber, Helmuth Holzner, Dr. Harald Stauder, Horst Margesin - Völlan
Alexander Holzner, Karl Margesin, Robert Schönweger, Kofler Luis - Völlan
 Dank Gemeinderat Norbert Schöpf und Gabriele Agosti, welche sich in besonderer Weise für die Belange der Bergfraktion Pawigl und der italienischen Sprachgruppe einsetzen
 Dank auch an Landesregierung, besonders LH Luis Durnwalder
aber auch vielen Mitarbeiter/innen in den Landesabteilungen und Landesämtern
 Dank an Mitarbeiter/innen in der Gemeinde. (Schlanke Verwaltung, Betriebsklima wesentlich verbessert)
Wir stehen also nicht schlecht da.
Lana könnte einige Zeit von der Substanz leben.
Aber wir wissen alle, wie lange es braucht etwas aufzubauen und wie schnell es umgekehrt geht.
Man bleibt nur so lange gut, wie man den Willen hat, besser zu werden.
So wird es auch in Zukunft den Mut zu neuen Wegen brauchen.
Wenn ich an die Fußgängerzone, die Umsetzung des Verkehrskonzeptes, die 4 Verkehrskreisel, den neuen Sitz des im Bau befindlichen Gesundheits- und Sozialsprengel, den Kultur.Lana, das neue Seniorenzentrum beim Lorenzerhof, den Gewerbepark Lana Süd, den neuen Tourismussitz, das neue Zivilschutzzentrum, an Jux, Elki, Kitas und manches andere denke, so glaube ich, dass wir in der Vergangenheit diesen Mut gezeigt haben.
Und auch den Mut nein zu sagen, wenn es darum gegangen ist unseren Nachfolgern und vor allem den Lananerinnen und Lananer Einrichtungen zu ersparen, die hohe Folgekosten verursachen.
Und mit "wir" meine ich hier nicht nur die politischen Entscheidungsträger, sondern sehr viele Menschen in unserem Ort, die in Beruf und Ehrenamt mitgegangen, ja mitunter sogar vorangegangen sind.
Auch beim neuen Verkehrskonzept, beim Bauleit-, Landschafts-, Ensemble- und Zivilschutzplan haben wir uns durch anfänglichen Schwierigkeiten nicht von der Überzeugung abbringen lassen,
dass langfristige Weichenstellungen letztendlich für alle vorteilhafter sind, als kurzfristige Gefälligkeiten.
Vielleicht war es diese Offenheit, die zusammen mit der täglichen Arbeit Vertrauen entstehen hat lassen.
Obwohl es an Kritik und mitunter auch an Tiefschlägen unter der Gürtellinie in all diesen Jahren nicht gefehlt hat und auch heute noch nicht fehlt.
Was dabei stört ist nicht die Kritik.
Kritik ist notwendig und hilfreich.
Sie trägt dazu bei gemachte Fehler in Zukunft zu vermeiden.
Und wer, der arbeitet, macht keine Fehler?
Etwas anderes ist es, wenn es nicht um Inhalte geht, sondern nur darum etwas oder jemanden schlecht und sich selber wichtig zu machen.
Aber auch diese weniger erfreulichen Dinge gehören zur Arbeit in der Gemeinde dazu.
Gott sei Dank zeigt die Erfahrung, dass die Menschen sehr wohl zwischen Sein und Schein unterscheiden können und dass sie eine ehrliche Arbeit respektieren, auch wenn dabei Fehler gemacht werden.
Dieses Vertrauen gilt es auch in den folgenden Jahren zu erhalten und zu stärken.
Die bevorstehende Wahl des neuen Bürgermeisters und des neuen Gemeinderates stellt in dieser Hinsicht eine große Herausforderung dar.
Die Demokratie legt die Entscheidung, wer in Zukunft die Geschicke unserer Gemeinde lenken soll, in Ihre Hände.
Dabei ist es mir ein großes Anliegen darauf hinzuweisen, dass ein "Betrieb" wie die Marktgemeinde Lana mit 11.000 Einwohnern, 75 Mitarbeitern/innen und einem Jahresumsatz von durchschnittlich 50-60 Mio. Euro nicht nebenbei geführt werden kann. Mich hat diese große, aber auch sehr schöne Aufgabe in den letzten 14,5 Jahren mindestens 11-12, sehr oft aber auch 13 und mehr Stunden am Tag beansprucht
und trotzdem bin ich mir sehr wohl bewusst, dass manches liegen geblieben ist und vieles besser gemacht hätte werden können.
Umso mehr wünsche ich den Lananerinnen und Lananern auch für die Zukunft einen Vollzeitbürgermeister, der sich ausschließlich diesem Amt widmet.
Nutzen Sie die Chance und treffen Sie eine gute Wahl,
gut für die gesamte Dorfgemeinschaft und nicht nur für Teile davon.
Vieles konnte in den letzten drei Verwaltungsperioden nur deshalb erreicht werden, weil Sie, werte Mitbürger/innen, sich aktiv mit eingebracht haben.
Ich denke dabei an spannende Diskussionen bei unzähligen Bürgerversammlungen in Lana, Völlan und Pawigl,
an Ihren engagierten Einsatz in den vielen Arbeitsgruppen, bei der Umsetzung des Verkehrskonzeptes, bei "Menschen in Lana", "Gesunde Gemeinde", Bauleitplan, Ensembleschutz und Landschaftsleitbild, "Aufwertung autofreies Vigiljoch", Wirtschaftsleitbild und vieles andere mehr.
Und ich denke mit Dankbarkeit an viele Begegnungen, die mich menschlich berührt und bereichert haben.
Ich habe nicht Buch geführt, aber es waren wohl rund 20.000 Bürgerinnen und Bürger, die in den vergangenen 15 Jahren bei den täglichen Sprechstunden zu mir gekommen sind
um ihre Anliegen vorzubringen, Ratschläge zu erteilen und in einigen wenigen Fällen auch um mit mir zu streiten.
Ich habe auch daraus viel gelernt.
Bevor ich jetzt meine letzte Neujahrsansprache endlich zu Ende bringe, erlauben Sie mir noch einige persönliche Worte.
Die Gemeinde stand für mich in den letzten 15 Jahren im Mittelpunkt meines Lebens.
Dabei ist meine Familie oft zu kurz gekommen. Was dabei versäumt wurde und was ich dabei falsch gemacht habe, das ist nicht mehr zu ändern.
Ich habe allen Grund mich an dieser Stelle bei meiner Frau, meinen Kindern und meinen Eltern zu entschuldigen und ihnen zu danken, dass sie mich trotzdem so lange ertragen haben.
Diesen Dank möchte ich auch an Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger richten. Auch Sie mussten mich jetzt bald 15 Jahre lang ertragen und sie werden dabei mehr als einmal gemerkt haben, dass "i a lei a Mensch bin", mit guten Seiten, aber auch mit Fehlern. Bei allen, die ich dabei vielleicht verletzt haben, oder die sich von mir ungerecht behandelt gefühlt haben, möchte ich mich ebenfalls entschuldigen.

Werte Lananerinnen und Lananer!
Sie haben in der Vergangenheit das Gemeindeschiff angetrieben.
Ihre Hilfe wird auch in Zukunft gebraucht!
Toleranz, Respekt vor dem anderen und Rücksicht auf die dringlichen Bedürfnisse weiter Bevölkerungsschichten sollte dabei im Vordergrund stehen.
Denn es sind die Menschen, die eine Gemeinde ausmachen.
Und es ist die Art und Weise wie wir Menschen miteinander umgehen, die Lebensqualität schafft.
Lana ist eine Gemeinde, in der ein Gruß erwidert wird.
So möge es bleiben.
Dies wünsch ich Ihnen im neuen Jahr von Herzen!
Es folgte die Verleihung der Ehrenzeichen mit der Würdigung der Verdienste an 13 Mitbürger/innen.

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